Ausstellungseröffnung am 14.1.2004
"Ich ahne nun, dass die Luft ganz dick ist" - Schicksale Homosexueller in Berlin-Mitte 1933-1945
Eine Ausstellung im Foyer des Kriminalgerichts Moabit, März 2004.
 "Ich ahne nun, dass die Luft ganz dick ist" - Schicksale Homosexueller in Berlin-Mitte 1933-1945
 
 Andreas Pretzel zur Ausstellungseröffnung:
 

Diesen andeutungsvollen Worten sind Sie mit der Einladung gefolgt. Wenn man nicht um das NS-Thema der Homosexuellenverfolgung wüsste, könnte man das Titelzitat der Ausstellung auch als eine allgemein zutreffende Metapher auffassen. Eine Redewendung, die jene Befürchtungen und Beklemmungen zum Ausdruck bringt, die sich einstellen, wenn man einer Ladung zum Strafgericht folgt.
Dass die meisten von uns dieser Einladung statt dessen mit Neugierde folgten, liegt daran, dass wir als Zuschauer geladen sind und einer historischen Aufführung teilhaftig werden. Und: Nicht die Homosexuellen werden hier als Straftäter vorgeführt. Die Beschuldigten sind ihre Verfolger. - Das macht die Ausstellung aus heutiger Perspektive deutlich.
Lassen Sie es mich etwas pathetisch formulieren: Mit dieser Ausstellung im Kriminalgericht Moabit findet gewissermaßen ein Akt historischer Gerechtigkeit statt. Erstmals wird der Ort der Täter mit den Schicksalen der Opfer konfrontiert. Das ist im Hinblick auf die Verfolgtengruppe der Homosexuellen deutschlandweit ein Novum. Kein Strafgericht hat das bislang gewagt. Dafür meinen Dank an die Justizsenatorin und die hiesigen Hausherren.
Und womöglich bietet diese Ausstellung eine weitere Anregung, sich der Geschichte der Berliner Strafjustiz während der NS-Zeit endlich anzunehmen. Hier gibt es erheblichen Forschungsbedarf. Während die meisten Großstädte der Bundesrepublik seit Jahren die Geschichte ihrer Strafjustiz während der NS-Zeit aufarbeiten, gibt es in Berlin immer noch keine Anzeichen für eine umfassende kritische Aufarbeitung dieses Kapitels Berliner Stadtgeschichte. Die Berliner Justizverwaltung steht historisch in der Pflicht, das nachzuholen. Das heißt auch, die Forschung zu finanzieren. Aber nicht nur wegen des Geldes und der prekären Haushaltslage, ist eine kritische Aufarbeitung ein schmerzhaftes Unterfangen. - Wenngleich die Summe, die dafür erforderlich ist, in keinem Verhältnis steht zu den horrenden Kosten, die den Opfern der Strafjustiz damals von der Gerichtskasse Moabit abverlangt wurden; und abgesehen von den anderen schmerzhaften Schäden, die den Verfolgten zugefügt wurden. Die Homosexuellenverfolgung bietet dafür ein eindrucksvolles und herausforderndes Beispiel:

Denn wer beginnt, sich eingehender mit der NS-Strafgerichtsbarkeit, und insbesondere mit der Verfolgung Homosexueller durch die Strafgerichte zu beschäftigen, ahnt, dass die Luft ganz dick wird... Auf die Gründe für die bisherigen Verdrängungen, gehe ich noch ein.

Jürgen Riel

Diese Ausstellung ist - und das macht der Untertitel klar - vor allem den Schicksalen der Verfolgten gewidmet. Darauf werde ich mich weitgehend begrenzen. Ich beginne mit einigen Beispielen, die unterschiedliche Erfahrungen, Lebens- und Verfolgungswege homosexueller Männer verdeutlichen. Danach werde ich kurz andeuten, welche Dimension die Homosexuellenverfolgung in Berlin erreichte und wie schwierig es ist, an die Verfolgten angemessen zu erinnern. -
Das eingangs erwähnte Zitat, "Ich ahne nun, dass die Lust ganz dick ist", stammt von einem Mann, der es wusste, wie es vor Gericht zuging. Er war Staatsanwalt hier am Kriminalgericht: Jürgen Riel. Ihm gelang es Ende 1935, vor dem Zugriff der Gestapo zu flüchten. Zunächst in die Tschechoslowakei, dann vermutete man ihn in der Schweiz; dann war er offenbar als Lektor in Japan und China unterwegs. 1939 schreibt er einem Bekannten in Deutschland, er sei gerade zwischen New York und Kalifornien und, es sei "eine prächtige Reise durch ein wunderschönes freies Land..." Aus den Überlieferungen der Emigranten wissen wir, der Name von Jürgen Riel wurde noch 1944 im "Radio Freies Deutschland" für Aktivitäten gegen das Nazi-Deutschland in Anspruch genommen. Sogar der Volksgerichtshof ließ nach ihm fahnden ...
Riels Kollege und Vertrauter bei der hiesigen Staatsanwaltschaft, Julius Herft, blieb in Deutschland. Gegen ihn wurde zunächst wegen Begünstigung ermittelt. Er war zeitweilig vom Dienst suspendiert worden, weil er Jürgen Riel dabei behilflich war, noch einmal Kontakt zu dessen Freund aufzunehmen vor der Flucht. Julius Herft blieb schließlich unbehelligt und im Justizdienst. - 1950 ist er Erster Staatsanwalt am Landgericht in München. - Die Süddeutsche Zeitung berichtet im Mai desselben Jahres: er sei seines Amtes enthoben worden, weil der Verdacht bestehe, er habe gegen den § 175 verstoßen.

 

 Tatortwechsel:
 
 
 

Berlin in der Nachkriegszeit. Ein nicht geringer Teil der Justizbeamten aus der NS-Zeit blieb auch hier im Dienst, nicht so sehr die Richter, als die Staatsanwälte. Bis Ende 1946 amtierte hier noch Oberstaatsanwalt Keßler, mehr als 10 Jahre lang Abteilungsleiter der NS-Staatsanwaltschaft und tief verstrickt in die Verbrechen der NS-Justiz. - Dann erst musste er gehen. Doch Mitte der 50er Jahre wurden viele seiner engsten jüngeren NS-Kollegen, die maßgeblich an der Homosexuellenverfolgung beteiligt waren, wieder eingestellt. Auch hierin liegt ein Grund, warum die Homosexuellenverfolgung in den 50er Jahren einen erneuten Aufschwung erfuhr. Die willigen Vollstrecker waren wieder im Amt, bei der Kriminalpolizei ebenso, wie bei der Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Bernhard Jezewski kam wieder zu Amt und Würden. Er hatte von 1935 bis 1945 Hunderte Anklagen verfasst und sie hier vor Gericht vertreten - in enger Zusammenarbeit mit der ermittelnden Gestapo, und nicht zuletzt auch mit der Kripo: Er und seine Kollegen von der Staatsanwaltschaft hatten von Amtswegen dafür gesorgt, dass die Verurteilten nach Verbüßung der Haftstrafe der Kriminalpolizei zur Vorbeugungshaft unmittelbar übergeben wurden. Was das bedeutete, war ihm bekannt. Denn die Gerichtskasse Moabit, die noch lange nach der Entlassung der Häftlinge aus dem Strafvollzug die Prozess- und Haftkosten von den Verurteilten einforderte, informierte die Staatanwaltschaft und vermerkte nicht selten: Schuldner im KZ verstorben.

Mitteilung der Kriminalinspektion Vorbeugung zur Einlieferung eines Beschuldigten ins KZ Sachsenhausen
 

Zu Jezewskis Kollegen gehörte auch Staatsanwalt Arno Pretzsch, dessen Anklagen gegen Homosexuelle noch bis zu seiner Pensionierung Ende der 60er Jahre nachweisbar sind. - Das Schwule Museum zeigt ein solches Verfolgungsdokument in seiner gegenwärtigen Ausstellung zur Situation Homosexueller in Berlin der 50er Jahre. Sie sollten sich auch diese Ausstellung nicht entgehen lassen.
Das NS-Strafrecht gegen Homosexuelle blieb bis 1969 geltenden Recht. Diese zweifache Kontinuität - in Strafrecht und Strafpersonal - liefert den entscheidenden Grund, warum die Erinnerung an die verfolgten Homosexuellen und die Aufarbeitung der Verfolgung so lange verdrängt wurde und warum es auch heute noch Unbehagen bereitet, ihnen einen angemessenen Platz in der politischen Gedenkkultur der Bundesrepublik zuzugestehen.
Die Verfolgung war für Homosexuelle 1945 nicht zu Ende. Das unterscheidet die Verfolgtengruppe der Homosexuellen gravierend von anderen Opfergruppen des NS-Regimes.

Gedenktafel für die homosexuellen Opfer der NS Diktatur am Nollendorfplatz in Berlin, eingeweiht 1989

 

 Ein zweites Verfolgungsbeispiel:
 
 
 

Ganz ähnlich wie das eingangs erwähnte Zitat, bringt auch das folgende, die Atmosphäre eines bevorstehenden Unheils zum Ausdruck. Heinz Dörmer, wie Jürgen Riel ein Führer in der bündischen Jugendbewegung, empfand eine permanente Bedrohung, die sein Leben bis ins Alter geprägt hat: "War eine schlimme Zeit", schrieb er im Rückblick: "Man war nie sicher. Wenn es klingelte oder klopfte, dann dachte man immer das Schlimmste". Als Jürgen Riel 1935 flüchtete, wurde Heinz Dörmer von der Gestapo verhaftet. Er hat die Verfolgungsstationen, denen viele Homosexuelle ausgeliefert wurden, durchleiden müssen: Konzentrationslager Lichtenburg, Gerichtsprozess, Zuchthausstrafe im Moorlager, nach der Entlassung 1940 erneute KZ-Haft in Sachsenhausen, dann in Neuengamme bis zur Befreiung im Mai 1945. 10 Jahre Haft, "Und alles wegen der Jungs...", wie er im Rückblick mitteilte. Vergeblich hat er sich in Deutschland um Anerkennung als NS-Opfer und um Entschädigung bemüht. In den 50er Jahren wurde er erneut zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Er verbüßte sie in demselben Moorlager, das bereits während der NS-Zeit seine Gesundheit ruinierte hatte. Späte Lebenshilfe bekam er Anfang der 80er Jahre von einem Mitarbeiter des Schwulen Museums in Berlin. Andreas Sternweiler, der sich für sein Leben und sein Schicksal interessierte, hat auch seine Biographie geschrieben, ihm eine Ausstellung gewidmet. Eine Schweizer Homosexuellenorganisation hat Heinz Dörmer schließlich 1988 aus einem NS-Opferfonds eine finanzielle Unterstützung gewährt. Ein Jahr darauf verstarb er, sein Grabstein wurde mit dem Geld finanziert.

 

 Ein letztes Beispiel:
 
 
 

Ich zitiere aus einem Brief eines Berliner Blumenhändlers, Werner Burger. Er schrieb 1940 an seinen Freund Franz, einen Flugzeugschlosser, eine Liebeserklärung: "So lieb, wie ich Dich jetzt habe, das kann ich Dir gar nicht beschreiben. Mir ist so, als wäre um uns eine ganz andere Welt, wo es bloß Liebe und Sonnenschein gäbe. Möge es bloß so bleiben, ich wäre der Glücklichste auf der ganzen Welt ... mir ist alles wie im Traum. Trotzdem es so arg ist in dieser Zeit, bin ich so glücklich... Hoffentlich bleibt es so..." - Auch diese Äußerung, immerhin eine Liebeserklärung, zeigt die wahrgenommene Gefahr. Werner Burger wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, unbekannt ist, ob er sie überlebte. Sein Freund Franz musste nach der Haft zur Frontbewährung in den Krieg. Er starb an der Front in Stalingrad. Der Brief, den Werner kurz vor der Verhaftung an Franz sandte, verdeutlicht neben der Bedrohung aber auch zugleich, warum es sich lohnte, trotz der außerordentlichen Gefahr, in der Homosexuelle schwebten, trotz der Bedrohung durch Polizei und Strafjustiz, die Wagnisse einzugehen, die so häufig ins Verhängnis führten. -

Briefkopf eines Schreibens von Franz Werner und Franz, 1940

Auch dieser Aspekt, er betrifft den Grund der Verfolgung, bereitet immer noch Unbehagen. Bestehende Vorbehalte und Abneigungen haben eine öffentliche Erinnerung an die Homosexuellenverfolgung Jahrzehnte lang verhindert. Aber auch jenseits der Homosexuellenfeindlichkeit bereitet der Grund der Verfolgung ernst zu nehmende Schwierigkeiten, wenn wir an die Verfolgten erinnern wollen. Die Schwierigkeiten haben mit der Funktion des öffentliches Gedenkens in unserer herkömmlichen politischen Kultur zu tun:
Welche Form der Erinnerung ist der Verfolgung homosexueller Männer angemessen? Wie soll man einer Verfolgtengruppe gedenken, wenn gerade das Intime Verfolgungsgrund war und die Verfolgung mit einer nachhaltigen, traumatischen Verletzung der Intimsphäre einherging? -

Das Private war ein Politikum geworden.
Homosexuelle galten als Staatsfeind und Volksfeind. Zunächst wurden sie zu Staatsfeinden erklärt: sie würden mit ihren Beziehungen und Freundschaften den NS-Staat mit seinen Männerbünden bedrohen und zersetzen - Vorbild für dieses Bedrohungsszenario waren homosexuelle SA-Führer, die beim so genannten Röhm-Putsch 1934 ermordet wurden. Damit begann die Radikalisierung der Verfolgung. Und damit wurde ein Stereotyp selbst bei den NS-Gegnern hoffähig, das Homosexuelle potentiell zu NS-Anhängern stempelte - ein Vorbehalt, der die Geschichtsliteratur bis in die 90er Jahre durchzieht und noch immer anzutreffen ist. Die Generalisierung eines solchen Vorbehalts und das hartnäckige Festhalten daran ohne Differenzierungsinteresse, hat es so weder bei den verfolgten Katholiken noch bei den Verfolgten mit konservativer Gesinnung gegeben. Hier liegt auch ein Grund dafür, dass wir beispielsweise kaum etwas von homosexuellen Widerstandskämpfern und Gegnern des NS-Regimes wissen. In der Geschichtsschreibung zu Widerstand und Opposition, auch hier in Berlin, wird die Homosexualität von NS-Gegnern unterschlagen und verschwiegen, als ob es sich um ein Makel handele. - Das sollte uns zu denken geben.

 

 Zurück zur NS-Zeit:
 
 
 

Wie vollzog sich die Radikalisierung der Homosexuellenverfolgung?
In Berlin wurde ab 1935 die Gestapo zuständig, die Homosexuelle wie politische Gegner verfolgte.

Einen wesentlichen Beitrag zur Verfolgung hat die Justiz geliefert. Sie hat Homosexuelle durch ein neues Gesetz ab 1935 massenhaft kriminalisiert und die Verfolgung rasant ausgeweitet. Das Zusammenwirken von Polizei und Strafjustiz schuf eine neue Gegnerdefinition: den homosexuellen Volksfeind. An Stelle der Staatsbedrohung rückte die Ideologie der Volksgemeinschaft. Der "Volkskörper", wie es hieß, schien bedroht durch Homosexuelle, insbesondere durch Jugendverführer, die als Volksschädlinge ausgemerzt werden sollten. Mit dieser völkischen Wahnidee von Verführern und Verführten wurde die Homosexuellenverfolgung nunmehr begründet und vorangetrieben.
Und: An dieser Wahnidee gegenüber Homosexuellen wurde bis 1973 festgehalten - bis zur Herabsetzung der 1935 eingeführten, besonderen Schutzaltersgrenze ausschließlich für homosexuelle Kontakte, die bei 21 Jahren lag.

Erkennungsdienstliche Aufnahmen von Heinrich K. mit Blutergüssen
Polizeifoto von Heinrich K.  

 

 

Bereits vor Anklageerhebung wurden mildernde Umstände ausgeschlossen. Daraufhin forderte die Staatsanwaltschaft vor dem Sondergericht die Todesstrafe für Heinrich K.

 

 

Heinrich K. verurteilt nach § 176 StGB und § 1 der "Schwerverbrecherordnung", wurde am 5. Mai 1942 hingerichtet.

 

Welches Ausmaß erlangte die Homosexuellenverfolgung?
Während der 12jährigen NS-Diktatur wurden in Berlin fast 17.000 Männer wegen des Verdachts homosexueller Betätigung polizeilich verdächtigt und verhört - bei der damaligen Einwohnerzahl war das jeder 100. männliche Berliner. Über 5000 Männer wurden hier vor Gericht gebracht und verurteilt, reichsweit waren es über 50.000. Allein in Berlin haben mehr als 500 Männer die Verfolgung nicht überlebt. - Diese Zahlen belegen: Die Verfolgtengruppe der Homosexuellen ist durch massenhaften Terror geschaffen worden. Diese Tatsache gilt es ebenso herauszustellen wie den politischen Verfolgungsgrund, der sich auf das Private und Intime bezog. Ich denke, dies sind zwei wichtige Kriterien für eine angemessene Erinnerungskultur an die spezifische Verfolgung homosexueller Männer. Denn: Das einzige, was die Verfolgten miteinander verbindet, sind oftmals lediglich die Tatsache des Verfolgtseins und die Leidenschaft für das gleiche Geschlecht.

Anzahl staatsanwaltlicher Vorverfahren und Beschuldigter
Angeklagte in Hauptverfahren des Berliner Landgerichts

Und genau mit dieser Perspektive widmet sich diese Ausstellung der Erinnerung an die Verfolgten. Präsentiert werden ganz unterschiedliche Biographien und Schicksale.
Wir begegnen einem Arzt, Schauspieler, Tänzer und Choreographen, einem Gerichtsassessor ebenso wie einem Gastwirt, einem Hilfsarbeiter, Schlosser, Fleischer oder Rentner. Ihre politischen Einstellungen unterscheiden sich mitunter gravierend, Gegner des Regimes und NSDAP-Mitglieder sind darunter. Die biographischen Brüche, ausgelöst durch die Bedrohung und Verfolgung, gehen nicht selten auch mit politischen Umorientierungen einher. Aus Zustimmung und Loyalität wird Verzweiflung, Hass und Ablehnung, für einige kommt diese Einsicht zu spät.
Auch die hier ausgestellten Leidenschaften differieren: Transvestiten und Männerhelden sind zu sehen, Jungenliebhaber ebenso wie Strichjungen. Die Vorlieben waren so vielgestaltig, wie die Homosexuellenszene der damaligen Zeit: Private Freundschaftskreise, öffentliche Toiletten, Parks, die Badeanstalt in der Gartenstraße, diverse Lokale und der Strich am Alexanderplatz.
Unter den gewalttätigen Verfolgungsumständen der damaligen Zeit haben sich Homosexuelle nicht davon abhalten lassen, ihre Form des Begehrens auszuleben, haben flüchtige Abenteuer und dauernde Freundschaften gesucht und gefunden. Diese Vielgestaltigkeit führt die Ausstellung anschaulich vor.
In den Mittelpunkt wird nicht die Verfolgung, oder die Verfolger, sondern die verfolgten Männer gestellt. Die verschwiegenen Verfolgten erhalten hier einen Namen und ein Gesicht wieder. Und: Hier wird kein Opfermythos bemüht, um an die Verfolgten zu erinnern.
Die Ausstellung berührt durch die Biographien der Verfolgten, ihre Lebensgeschichten, wobei auch ihre Liebesgeschichten nicht verschwiegen werden. Machen Sie sich ein Bild davon.

 

Gulasch-Bar und Cascade-Bar in der Rankestr. Observationsfoto aus einer Ermittlungsakte des Homosexuellenreferats der Gestapo im Mai 1938
 
Bei Aschinger, Postkarte 1935

 

 

 

 "Ich ahne nun, dass die Luft ganz dick ist"
 
 Schicksale Homosexueller in Berlin-Mitte 1933-1945 
 

Sämtliche Abbildungen aus dem Buch Homosexuellenverfolgung in Berlin 1933-1945
Autoren: Andreas Pretzel und Gabriele Roßbach, herausgegeben vom Kulturring in Berlin e.V.

 
 
 
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