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  Hannelore Sigbjoernsen:
 1990 in Berlin-Weißensee

Forschungsergebnisse aus „pro regio Pankow“, AG Runder Tisch

Foto: Wolfgang Hilse

Mancher Weißenseer Einwohner wird von der Geschichte seines Rathauses überrascht sein, wenn er ab dem 2. November dort im Foyer darüber nachlesen kann. Die Vor- und Nachkriegsgeschichte des Gebäudes ist weitgehend bekannt, aber dass es irgendwann ein Waffenarsenal der Stasi war, bevor es am 2. November 1990 zum Rathaus wurde...? 15 Jahre ist das nunmehr her. Ein Anlass, der sich anbot, mit einer kleinen Ausstellung erste Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe „Runder Tisch Weißensee“ im Projekt „pro regio Pankow“ vorzustellen.
Als am 2. November 1990 die Schlüsselübergabe für das Rathaus Weißensee in der Berliner Allee an den damals ersten demokratisch gewählten Bürgermeister, Herrn Schilling, erfolgte, waren die Ängste vom Februar des Jahres vergessen. Da nämlich waren die Vertreter des Runden Tisches von Weißensee erstmalig in das stets gut bewachte Haus hinein gelassen worden – und glaubten ihren Augen nicht zu trauen: Handgranaten, Panzerfäuste, schwere und leichte Maschinengewehre, Pistolen, Munition und, und, und... – Kriegsgerät in einer Masse, die keinesfalls glauben lassen konnte, das sei notwendig, um den täglichen Weg der DDR-Regierungsmitglieder von der Berliner Stadtmitte nach Wandlitz zu beschützen. Offiziell war das Gebäude Sitz des Personenwachschutzes.
Der geringste Schaden wäre vermutlich entstanden, wäre das Haus „nur“ explodiert. Nicht auszudenken das Ausmaß der Folgen, wären die Waffen verteilt und eingesetzt worden, um möglicherweise die im Herbst 1989 friedlich eingeleitete Wende wieder rückgängig zu machen. Nur durch größten persönlichen Mut einiger Einwohner von Weißensee wurde Schlimmstes verhindert.
Dass die Geschichte des Rathauses und die Geschichte der Arbeit des Runden Tisches Weißensee eine gemeinsame ist, stellte sich schon bei den ersten Gesprächen heraus. Dass die Geschichte der Berliner Allee 252-260 aber eine so dramatische war, wird erst jetzt durch die Recherchen der Arbeitsgruppe noch einmal deutlich.

Ausstellungseröffnung: 2. November 2005, 17.00 Uhr im Foyer des Rathauses Berlin Allee 252-260, Berlin-Weißensee

 

   

 

 
 
 
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