Mitte

 

 Concerto Brandenburg
 
 
 
Der Name Concerto Brandenburg steht für das Anliegen der Musiker, Werke Berliner und Brandenburgischer Komponisten wieder zu entdecken und neu zu beleben. Die Musiker von Concerto Brandenburg haben sich nach mehrjähriger Erfahrung in verschiedenen Orchestern auf das Spiel historischer Instrumente spezialisiert. Sie bildeten sich an bekannten Ausbildungsstätten für alte Musik in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz weiter. Als barocker Klangkörper arbeiteten sie mit namhaften Interpreten und Dirigenten wie Robert Hill, Friedemann Immer, Ton Koopmann und Stephan Mai zusammen. Oratorienaufführungen verbinden Concerto Brandenburg mit der Berliner Singakademie und ihrem Leiter Achim Zimmermann. Wechselnde, der Literatur angepasste Besetzungen verleihen Concerto Brandenburg einen individuellen Charakter. So variiert das Auftreten von gemischten kammermusikalischen Besetzungen, Barockorchester bis hin zum groß besetzten klassischen Orchester. Concerto Brandenburg möchte in einer traditionsreichen Stadt wie Berlin ein weiterer Bestandteil des umfangreichen Kulturangebotes sein und zur Bereicherung der "Alten Musik" in Berlin und über Berlins Grenzen hinaus beitragen. >>

 

 Rosa Winkel
 
 Verfolgung Berliner Homosexueller im Dritten Reich und ihre Schicksale im Nachkriegsdeutschland   
 

Im Berliner Tiergarten entsteht ein Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten und getöteten Homosexuellen. 58 Jahre danach. Eine bittere Genugtuung. Denn Lebenshilfe oder gar Entschädigung für die Leiden durch Justizhaft und KZ haben die homosexuellen Opfer des Faschismus im Nachkriegsdeutschland nicht bekommen, weder in der DDR noch in der Bundesrepublik Deutschland. Für die Homosexuellen gab es keine Befreiung. Sie mußten auch nach 1945 ihr "Anderssein" verbergen.
Seit 1997 fördert der Kulturring in Berlin e.V. wissenschaftliche Projekte zur Erkundung der Schicksale homosexueller Männer in der NS-Zeit und im Nachkriegsberlin. Schwerpunkte sind die Strafverfolgung durch die NS-Justiz, die aufgrund der NS-Sondergesetzgebung gegen Homosexuelle viele Betroffene ins Gefängnis, ins Zuchthaus, in die Strafgefangenenlager mit verschärftem Vollzug (Moorlager) und in die KZs brachte, und die Auswirkung der Justizverfolgung auf das Leben der Betroffenen bis in die Nachkriegszeit.

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 Leben hinter der Zuckerbäckerfassade
 
 
 
Von der KMA zur AdK - Nach dem Erfolg der Ausstellung "Leben hinter der Zuckerbäckerfassade" über die Erstbewohner der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain arbeiten die Ausstellungsmacherinnen Ylva Queisser und Lidia Tirri jetzt an einem neuen Projekt über das Leben der Menschen in der Allee der Kosmonauten in Marzahn.
Schon als die "erste sozialistische Straße Deutschlands" - die Stalinallee - noch im Bau war, musste die DDR zu einer Bauweise übergehen, die "besser, billiger und schneller" war. Auf Dauer konnte der junge Staat sich die Kosten seines ersten Vorzeigeprojekts nicht leisten: So entstand die Platte. Aus industriell vorgefertigten Elementen wurden mit Hilfe des Krans enorme Wohnblocks zusammengesteckt.
1973 beschloss die SED und die Regierung der DDR das Wohnungsbauprogramm und begann, nordöstlich von Berlin 230 000 Plattenbauwohnungen zu errichten. Die Trabantenstadt war das neue Vorzeigeobjekt der Partei.
In der Allee der Kosmonauten sind viele der ersten Bewohner bis heute geblieben. Wie sah ihr Alltag in der Straße aus, und wie sehen sie heute, nach mehr als 25 Jahren, auf das Erlebte zurück? Wurde die Platte auch von ihnen als Utopie des sozialistischen Wohnens erlebt?
Diese Fragen wollen wir beantworten, und mit unseren Interviews und Fotoaufnahmen aus der Straße wollen wir das Leben in der Allee der Kosmonauten dokumentieren. Unser fremder Blick ermöglicht dem Außenstehenden einen Einblick in die private Sphäre der Bewohner und lässt ein Bild vom Mikrokosmos der Plattenbausiedlung entstehen.
www.b-wohner.de

 Geschichte des Jüdischen Kulturbundes
 
 
 
Reha Hinzelmann mit Handspielpuppen ihrer Eltern
Foto: Ingrid Berg

Zum Abschluss des Projektes "Geschichte des Jüdischen Kulturbundes" wurde der Öffentlichkeit im Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee im Juli 2002 erneut eine Ausstellung, nun schon die dritte, präsentiert. Sie fasste noch einmal alle Recherchen zur größten Mitgliederorganisation in Deutschland zusammen und beleuchtete nach Fritz Wisten, dem letzten Leiter des Jüdischen Kulturbundes, sowie der Filmbühne eine weitere Sparte des Bundes näher - die Jugendbühne. Das Kapitel 'Der jüdische Kulturbund' ist im Zeitraffer ein geschichtlicher Überblick über das Leben und Leiden der Juden in Deutschland während der NS-Zeit. Es beschreibt das System sich ständig verschärfender Repressalien sowie die Hintergründe und Umstände für die Errichtung des Jüdischen Kulturbundes und das Leben in der Ausgrenzung. Es erzählt zugleich die unglaubliche Geschichte, wie Mitglieder des Jüdischen Kulturbundes unter diesen menschenverachtenden Bedingungen und unter Aufsicht und strengster Kontrolle der Nazis künstlerisch tätig sein konnten. Am 11. September 1941, wenige Wochen vor der ersten Deportation Berliner Juden, ordnete die Gestapo die Auflösung des Kulturbundes an und konfiszierte sein Vermögen. Für die Nazis hatte sich diese Insel jüdischer Kulturausübung überlebt. Nun ging es nicht mehr um Austreibung der Juden oder deren Kontrolle. Der Jüdische Kulturbund, in dem unter mißlichsten Umständen kulturelles Beharrungsvermögen bewiesen wurde, war bei der "Endlösung der Judenfrage" überflüssig. Wer von den Mitarbeitern im Lande verblieben war, wurde zur Zwangsarbeit verpflichtet oder zu Hilfsdiensten bei Deportationen gezwungen. Andere, die nicht rechtzeitig oder nicht weit genug geflohen waren, endeten in Konzentrationslagern. Steffi Ronau gehörte zu den wenigen, die mit ihrer Tochter im Untergrund überlebten. Seit Juli 1990 erinnert ein Gedenkzeichen zwischen den Grundstücken Kommandantenstraße 55 und 57 daran, dass sich an dieser Stelle ein Theatergebäude befand, dessen Geschichte in den Jahren 1935 bis 1941 eng verbunden ist mit dem Schicksal der jüdischen Kulturschaffenden und der jüdischen Bevölkerung in Berlin.

 

 Reichskristallnacht
 
 Ausstellung und Broschüre
  Die Ausstellung Novemberpogrom 1938 "Reichskristallnacht" fand vom 8. November bis zum 15. Dezember 2000 im Rathaus Lichtenberg statt.
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 fand das erste große nationalsozialistische Pogrom gegen die deutschen Juden statt. In dieser Schreckensnacht wurden 91 Juden ermordet, 35.000 jüdische Männer in die Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald verschleppt, 400 Synagogen in Brand gesteckt sowie etwa 7.500 Geschäfte jüdischer Inhaber zerstört und geplündert. Die Mitarbeiter des Projektes untersuchten die Vorgeschichte der Ausschreitungen gegen Juden, die Hintergründe der Inszenierung des "Volkszorns" durch die NSDAP und SS sowie die weiteren Etappen der Judenverfolgung und -vernichtung. Das Projekt erarbeitete Material für eine Ausstellung, die den Verlauf der "Kristallnacht" in Berlin, insbesondere in den Stadtbezirken Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg, in den Mittelpunkt stellte. Dazu wurden sowohl Monographien, juristische Texte sowie Beiträge in den Hörfunk- und Printmedien ausgewertet als auch Interviews mit Zeitzeugen geführt. In Ergänzung zur Ausstellung 1999 erschien eine Broschüre, die Sie beim Kulturring bestellen können.

 
 
 
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