Vortrag im Club: Das missverstandene Land: Iran, Teil II

Foto: H. Neumann

03.03., 19.00 Uhr

Kulturbund Treptow

„Der erste Satz in meinem Reiseführer lautet: ‚Nach Iran? Wie kannst Du da bloß hinreisen?’ Das war nur eine Äußerung von vielen, die mir entgegen gebracht wurden. Um es vorweg zu nehmen: ich wurde weder als ‚Nichtgläubiger’ beschimpft, noch habe ich Hass auf ‚Westler’ gespürt. Im Gegenteil – ich habe eine Gastfreundschaft erfahren, wie ich sie nicht einmal in arabischen Ländern erlebt habe.“ So schreibt der reisende Fotograf Hans Neuman. Bei einem sehr reichen Fabrikanten und bei sehr armen Leuten war er eingeladen, bei Studenten hat er gewohnt, genauso wie bei einem Teppichhändler in Täbriz. Und er schreibt: „Alle hatten eins gemeinsam: die Wissbegierde, wie ihr Land als Bestandteil der ‚Achse des Bösen’ im Westen angesehen ist. Nicht ein einziger von den unzähligen Iranern, die ich getroffen habe, hat sich mit dem Regime identifiziert. Im Gegenteil: die Mullahs wurden oft als Diebe und Plünderer bezeichnet, die sich selbst bereichern.“ Nicht nur während der „Armenischen Olympischen Spiele“ erlebte er eine „aufgeweichte Kleiderordnung“ für Frauen, viele ohne oder mit nur dürftigem Kopftuch… In Mashad - der heiligen Stadt - kam er sogar in den „Haram“, einen verbotenen Ort. Isfahan mit seinem großen Platz Meydan-e-Imam, die Vakil- und Molk-Moschee, der mit Ziegelkuppeln überdachte Vakil-Bazar in Shiraz und die grandiose Palastanlage in Persepolis, schließlich der Salzsee von Orumiyeh waren weitere Stationen seiner Reise.

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