Filmvortrag am Abend: Jugendkultur im Film – Die Halbstarken von der Schönhauser

Foto: Szenenfoto DEFA

09.09., 19.00 Uhr

Kulturküche Bohnsdorf

Drehbuchautor Kohlhaase und Regisseur Klein sind in Berlin – Ecke Schönhauser… „dem Lebensgefühl junger Leute auf der Spur; [sie] suchen nach sozialen Wurzeln für deren Verhalten, nach gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, beschreiben den Einfluß, den Eltern, Staatsorgane und Politik auf diese Generation haben oder nicht haben.“ (Ralf Schenk). „Die Halbstarken“ war der Titel einer ganzen Jugendgeneration: die so genannte vaterlose Generation der Nachkriegs-Ära. Die realitätsnah erzählte Filmgeschichte eines Lederjacken-Helden aus Ostberlin (Ekkehard Schall) reflektiert die damalige Jugendkultur. "Berlin – Ecke Schönhauser…" steht inhaltlich in Bezug zu anderen „Halbstarken“-Filmen, die zu dieser Zeit entstanden – darunter Die Halbstarken (1956) und Endstation Liebe (1957) – und ihre Einflüsse von US-amerikanischen Produktionen nahmen. Die Hauptverwaltung Film des DDR-Kulturministeriums hatte den Film von Beginn an abgelehnt. Er sei angetan, „den Feinden unserer Republik in ihrer Hetze zu helfen“, der Film würde „schädlich auf unsere Menschen wirken“, sodass eine Zulassung sowie Testvorführungen verweigert wurden. Erst aufgrund einer positiven Einschätzung der FDJ ließ die HV Film "Berlin – Ecke Schönhauser…" zu. Er erlebte mit dreimonatiger Verspätung am 30. August 1957 im Berliner Babylon seine Premiere. Bereits zwölf Wochen später hatten den Film mehr als 1,5 Millionen Zuschauer gesehen.

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