Kulturbundgalerie Treptow: Am Meer der Erinnerung

Verloren im Hindukusch - Federzeichnung, Tusche und Aquarell auf Büttenkarton, 2011; Foto: Martin Lotz

12.12. bis 03.02.

Kulturbund Treptow

In einer Gesellschaft, die in der selbstgeschaffenen Flut elektronischer Bilder zu erstarren droht, mit Zeichenfeder und Tusche, Aquarell, Gouache und der lithographischen Technik Bilder zu machen - dazu gehört viel Zuversicht. Und wenn diese Bilder Figuren und Landschaften zeigen und darüber hinaus noch an der formalen Gestalt von Texten und Buchseiten orientiert sind, dann wird der Blick des Machers offen und weit sein und von der Gewissheit genährt, an der eigenen hohen Handwerklichkeit gemessen artifizielle Selbstermunterungen, vielleicht sogar Selbstvergewisserungen zu zeichnen. Ungemein fein und leicht erscheinen diese Bilder. Ihre zarten Linien, die manchmal zu einem dunklen Schleier verdichtet sind, und die so verhalten wie auch plakativ eingesetzten Farben faszinieren und ziehen in das Gezeigte hinein. Eigentümlich sind die Kraft und die Eleganz der Linienführung wie die Begegnung von souveränem Zeichnen mit Kalligrafischem. Auffällig oft wird das Quadrat als zeichenhaftes Element im Bild aber auch als Bildformat oder dessen rechnerische Grundlage verwendet. Zurückhaltend oder auch signalgebend ist der Einsatz von Farben und dabei jedes Mal derart prägend, dass sich beim wiederholten Betrachten auch über ihr Leuchten im Gewirr der schwarzen Zeichen Wiedererkennung einstellt. Diese Blätter zeugen von dem unverwüstlichem Bedürfnis nach dem Finden und Geltenlassen ganz eigener Maße, Ansichten und Einsichten. (Alexander Bandilla)

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