Geschichte(n) im Studio - "Horst Brie - Ein Diplomat jüdischer Herkunft aus Karlshorst"

Horst Brie; Foto: privat

13.04.

Studio Bildende Kunst

Horst Brie war bis 1990 langjähriger Botschafter der DDR, zuletzt in Griechenland. Er hatte ein bewegtes Leben hinter sich. Geboren 1923 und in Karlshorst aufgewachsen, verließ er mit seinen Angehörigen 1934 als doppelt Bedrohter Deutschland. Er war das Kind nicht nur eines KPD-aktiven Vaters, sondern auch einer Familie, in der die Vorfahren den jüdischen Glauben gepflegt hatten. Sein Weg führte ihn über Prag und Polen nach England, wo er einen Metallberuf erlernte und politisch links orientiert aktiv war. 1946 zurückgekehrt nach Deutschland, beteiligte er sich am Wiederaufbau in der Sowjetischen Besatzungszone. Er machte – noch sehr jung – eine ungeplante Karriere als Funktionär, die durch den aufziehenden Kalten Krieg und die Verdächtigungen aller „Westemigranten“ ebenso ungeplant beendet wurde. Es folgte eine dreijährige „Bewährung“ in einem mecklenburgischen Dorf. 1958 trat Horst Brie in den diplomatischen Dienst ein und vertrat die DDR in China, Nordkorea, Japan und Griechenland. Am 26.03.2014 starb Horst Brie kurz nach seinem 91. Geburtstag. Er hat seine Lebenserinnerungen mit hoher Glaubwürdigkeit in zwei Büchern dargestellt. Auszüge werden zu Gehör gebracht.

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