Lesung im Club: "Günter Reisch …will Regisseur werden. Eine DEFA-Filmkarriere"

Foto: Cover Verlag Neues Leben

05.05., 19.00 Uhr

Kulturbund Treptow

Auf dem Abiturzeugnis von 1947 vermerkte der Direktor: „Günter R. will Regisseur werden“. Reisch gehörte zu jener Generation, die blutjung in Hitlers Krieg geschickt wurde und nun mit Lebens- und Schaffenshunger antrat, die Welt zu begreifen und zu gestalten. Sein Weg führte ab 1948 in die Babelsberger Filmstudios, zur DEFA. Und dann drehte er Filme: „Ein Lord vom Alexanderplatz“, „Wolz – Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten“, „Nelken in Aspik“, „Anton der Zauberer“, „Die Verlobte“ und bemerkenswerte historische Filme, so die zwei Filme über das Leben und Wirken Karl Liebknechts „Solange Leben in mir ist“ und „Trotz alledem!“. Filme, die zum Lachen reizten oder zu Tränen rührten, die das Komische nie im luftleeren Raum ansiedelten, die so behutsam wie entschieden einen geschichtlichen Stoff anpackten. Sie erhielten zahlreiche Preise, waren Publikumslieblinge. 2013 erhielt der Spielfilmregisseur den Preis der DEFA-Stiftung für das künstlerische Lebenswerk. Bis zu seinem Tod arbeitete er an seiner Autobiografie, die nicht nur seinen Lebensweg, sondern auch eine Geschichte der DEFA und von vielen seiner Kolleginnen und Kollegen, Politikern und Künstlern aus der DDR erzählt. Am 24. Februar 2014 starb Günter Reisch im Alter von 86 Jahren. Dr. Beate Reisch, die auch stellvertretende Vorsitzende des Kulturrings in Berlin e.V. ist, und der Filmwissenschaftler am Filmmuseum Potsdam, Peter Warnecke, kamen seinem Wunsch nach und vollendeten das hinterlassene Manuskript.

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