Galeriefrühstück: Walter Leistikow - Die Entdeckung des Grunewald

Abendstimmung am Schlachtensee, 1895; Abb.: Walter Leistikow

22.04., 10.00 Uhr

Studio Bildende Kunst

„Die Welt will Grunewald von mir oder was sie darunter versteht. Glücklicherweise passt dies nun auch mit meinen künstlerischen Neigungen“, schrieb der Landschaftsmaler Walter Leistikow 1904 seinem Freund, dem Dichter Gerhart Hauptmann. Die Umgebung Berlins hatte lange als langweilig, ja hässlich, auf jeden Fall nicht „kunstwürdig“ gegolten – Walter Leistikow entdeckte die karge Schönheit der Kiefernwälder und der stillen Seen für die Malerei. An den Grunewaldseen fand er seine liebsten Motive, doch auch der Ostseestrand, dänische Landschaften und norwegische Fjorde kehren in seinem Werk wieder. Und er war nicht nur Maler: er entwarf Bildteppiche, Glasmosaikfenster, Möbel, Tapeten. Er schrieb Kunstkritiken und Feuilletons und sogar einen, allerdings erfolglosen, Roman. Er hatte vielfältige Kontakte zu Künstlern, Schriftstellern und Journalisten aus ganz Deutschland und Skandinavien. Er nutzte sie als Mitbegründer der Berliner Secession, in der sich 1898 jene Berliner Künstler zusammenschlossen, deren Schaffen nicht mit der offiziellen Kunstauffassung des Kaiserreiches konform ging. Bis zu seinem frühen Tod 1908 war Walter Leistikow der ihr Hauptorganisator, warb bedeutende neue Mitglieder wie Lovis Corinth und Max Slevogt, steuerte den Verein mit diplomatischem Geschick durch so manchen Konflikt und hatte so entscheidenden Anteil daran, Berlin auch zu einer Hauptstadt der modernen Kunst zu machen.

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