Der Heiratsantrag – frei nach Anton Tschechow

Ensemble T&T; Foto: Mitwirkender des Ensemble

19.04., 15.00 Uhr

Berliner Tschechow-Theater

Der berühmte Anton Tschechow selbst hat sein Stück recht gering eingeschätzt. In einem Brief schrieb er 1888: „Ich habe speziell für die Provinz ein dämliches Vaudevillechen namens 'Der Heiratsantrag' geschrieben und es nach Zensurien geschickt.“ Allerdings entpuppt sich dieser lustige Einakter über Frauen, Männer und deren Missverständnisse als ein Vergnügen für die ganze Familie. Tschechow erzählt auf ironisch-komische Weise von der unaufhörlichen Jagd der Menschen nach dem Glück und ihrem Unvermögen, die eigenen Träume zu verwirklichen. Eine Heirat soll ausgehandelt werden, doch bevor es überhaupt zu einem Antrag kommt, entbrennt zwischen dem Paar ein leidenschaftlicher, kleinkarierter Streit um nachbarschaftliche Bagatellen. Das tragikomische Chaos beginnt… Kurz: die beiden tun alles Erdenkliche, um ihren aufkeimenden Gefühlen nur ja keine Chance zu geben. Ein glückliches Ende dieser „Romanze“ ist noch lange nicht in Sicht. Zu den Missverständnissen des Paares sorgen die Äußerungen des Vaters zusätzlich für weitere groteske Turbulenzen. Eine Situation, die ohne Irrungen und Wirrungen abliefe, hätte die Bezeichnung Komödie nicht verdient. Satirisch nimmt Tschechow die Verlogenheit der Gutsbesitzer aufs Korn, denn um Zuneigung oder gar Liebe geht es hier zuallerletzt. Dieses Stück besticht durch seine Authentizität und regt zum Nachdenken über die ewige Suche der Menschheit nach bleibenden Werten ein.

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