Galeriefrühstück: Das Berliner Schloss von Rochus zu Lynar bis Andreas Schlüter

Berliner Schloss um 1690, Gemälde ; Abb.: Künstler unbekannt

22.02., 10.00 Uhr

Studio Bildende Kunst

Wiederaufbau des Berliner Schlosses – ja oder nein? Eine Fragestellung, die noch vor zehn Jahren in der Öffentlichkeit für reichlich Diskussionsstoff sorgte. Denn wie sollte der Bau in der neuen historischen Berliner Mitte aussehen? Barock, „wilhelminisch“ oder doch lieber ganz modern? Die meisten Menschen verbinden mit seiner Außenfassade das Ergebnis des barocken Umbaus nach den Plänen Andreas Schlüters im frühen 18. Jahrhundert, natürlich mit Kuppel, die allerdings erst fast 150 Jahre später aufgesetzt wurde. Doch was war davor? Viele Architekturfreunde denken beim Anblick der gar nicht so reichlich vorhandenen Gemälde und Stiche aus der Zeit vor dem Umbau an Schloss Hartenfels im sächsischen Torgau, heute das besterhaltene Bauwerk der Frührenaissance in Deutschland. Und sie liegen damit nicht verkehrt. War doch der deutsche Baumeister und Architekt Konrad Krebs, der 1537 das Berliner Schloss neu entwarf, in den Jahren zuvor maßgeblich an der Errichtung dieses „Renaissancepalastes“ beteiligt. In jenem Jahr ging Krebs zusammen mit Caspar Theiss, einem seiner besten Schüler, an den Hof des Kurfürsten Joachim II. in Berlin. Theiss wurde von 1538 bis 1540 mit der Bauleitung des Residenzschlosses in „Cölln an der Spree“ beauftragt. Festungsbaumeister Rochus zu Lynar, bekannt als Hauptbaumeister der Zitadelle in Spandau, verlieh letztlich mit weiteren Ausbauten dem Schloss seine prächtige Renaissancefassade, die im späten 16. und 17. Jahrhundert das Stadtbild Berlins prägte.

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