Johannisthaler Filmgeschichte(n), Teil 3; 1937-1946

Foto: W. May

1937 ist die deutsche Filmindustrie verstaatlicht; die Tobis firmiert jetzt unter dem Namen Tobis-Filmkunst GmbH; Filmminister Goebbels kontrolliert jede Produktion. Emil Jannings ist künstlerischer Leiter der Tobis-Filmkunst und entscheidet mit über die Stoffauswahl. „Der Herrscher“, „Robert Koch“ und „Die Entlassung“ sind seine großen Johannisthaler Filme, gleichzeitig Spitzenfilme der NS-Propaganda. Die großen Ufa-Stars werden jedoch, bis auf drei Ausnahmen, für die Tobis-Filmkunst nicht freigegeben: Hans Albers spielte hier 1940 in „Trenk, der Pandur“, Johannes Heesters 1941 in „Immer nur Du“ und Heinz Rühmann in „Allotria“ und „Der Mustergatte“, 1936 bzw. 1937. Während deutsche Truppen in die Tschechoslowakei einmarschieren, Österreich angeschlossen wird und mit dem Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg beginnt, dominieren Unterhaltungsfilme die Produktionslisten der Tobis in Johannisthal. „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“, „Das Ekel“ (mit Hans Moser), „Herz modern möbliert“ (Theo Lingen, 1940), „Akrobat Schö-ö-ön“ (Wolfgang Staudte, 1943) sind nur wenige Beispiele. Bereits am 6. Juni 1945 wurde unter der Leitung von Oberstleutnant Fratkin, dem Beauftragten des Ministeriums für Kinematografie der UdSSR, mit der Synchronisation sowjetischer Filme für die deutschen Kinos begonnen. Am 8. August hatte Sergei Eisensteins „Iwan der Schreckliche“ von 1944 in der Synchron-Regie von Wolfgang Staudte in Berlin seine Deutschlandpremiere.

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