Kulturnews 06/2008

Dr. Bernd Sammler:

Großer Bahnhof am Bahnhof

Besuch des Außenministers Nikaraguas in Lichtenberg
Foto: Gabriele Senft

Am 12. Mai, Pfingstmontag, setzte sich eine Eskorte direkt vom Flughafen Tegel in Richtung Nicaragua-Mural „Nicaraguanisches Dorf – Monimbó 1978“ an der Lichtenberger Brücke in Bewegung. Der erste offizielle Termin des nikaraguanischen Außenministers Samuel Santos López unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland führte ihn zu einem Treffen mit der Bürgermeisterin Lichtenbergs Christina Emmrich, Vertretern der Nikaraguanischen Botschaft und Vertretern der Lichtenberger Initiative zum Erhalt des berühmten Wandbildes.
Passend zu den gegenwärtigen europäisch-lateinamerikanischen Aktivitäten reiht sich dieser Besuch unmittelbar in einen größeren Prozess ein. Nach einer längeren Zeit des Neoliberalismus, der weiten Teilen Lateinamerikas wenig Positives beschert hat, knüpfen Europa und Lateinamerika nun große Hoffnungen an den vielfach vollzogenen politischen Wandel. Dafür spricht, dass Wahlergebnisse in dieser Region nicht mehr ignorierbar bzw. „wegputschbar“ sind. Lateinamerika soll als größtes atomwaffenfreies Gebiet der Erde bewahrt werden. Die Länder der Region sind frei von ABC-Waffen und Trägersystemen.
In den vor dem Antikriegsbild ausgetauschten Grußworten und Gesprächen wurde Bezug auf die Entwicklungen der Region genommen.
Für das Zustandekommen des Treffens gilt Christel Schemel der besondere Dank, die als Sprecherin der Initiativgruppe „Nicaragua-Mural“ im Kulturring in Berlin e.V. die Koordinierung übernahm. Die Mitglieder der Initiative und viele weitere Freiwillige in Lichtenberg zeigen mit ihrem Einsatz für die originalgetreue Kopie des Murals von Manuel García Moya, dass sie nicht nur ein Kunstwerk erhalten wollen, sondern Anteil nehmen am politischen Geschehen auch in weit entfernten Regionen der Welt.
Mit „Nicaraguanisches Dorf - Monimbó 1978“ schuf Manuel Garcia Moia, Nationalpreisträger Nicaraguas, im Jahr 1985 eines der größten Wandgemälde der Welt mit naiver Malerei. Die 255 Quadratmeter zeigen alltägliche Geschichten und das Aufbegehren gegen Unterdrückung in Monimbó, dem indianischen Viertel von Masaya. Zur „Langen Nacht der Bilder – Lichtenberg 2008“ am 5. Juli ab 17 Uhr wird die Initiativgruppe ein umfangreiches Programm mit lateinamerikanischer Musik, Gesprächen, einer Kunst-Versteigerung und Kulinarischem auf dem Monimbo-Platz anbieten.


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