Kulturnews 08/2008

Siegfried Lewerenz:

Ehrenamt

Foto: Siegfried Lewerenz

Das Ehrenamt ist oft das, was auffällt, wenn es nicht stattfindet. Es ist das Salz in der demokratischen Gesellschaft, darf aber nicht die bezahlte Arbeit in Gänze ersetzen. Kernsätze der Senatorin Dr. Knake-Werner anlässlich der Verleihung des Freiwilligenpasses im Berliner Roten Rathaus am 13 Juni. Hier wurde eindeutig ausgesprochen, dass bürgerschaftliches Engagement in der Berliner Sozial- und Kulturarbeit eine hochqualifizierte Arbeit leistet, die zu ehren dem Senat eine Herzensangelegenheit ist. Wie hoch das bürgerschaftliche Engagement geschätzt wird und wie vielfältig das Ehrenamt ist, hat diese Veranstaltung gezeigt. Eine jede Initiative wurde vorgestellt, ein jeder der Ausgezeichneten erhielt seine Urkunde persönlich mit einem Dank durch Staatssekretärin Helbig bzw. Senatorin Knake-Werner. Wie erfrischend war es, dass sehr viele der Auszuzeichnenden junge Menschen waren, so dass ein repräsentativer Altersdurchschnitt der Berliner Bevölkerung vertreten war. Viele der jungen Menschen engagieren sich in sozialen Projekten, aber auch in Vereinen, die sich mit dem Eingreifen in die Demokratie befassen. Die Teilnehmer erfreuten sich an dieser Tatsache, denn sie machte Hoffnung auf einen kommenden Nachwuchs, dem nicht alles in der Gesellschaft egal zu sein scheint. Eine Aufgabe, der sich auch der Kulturring stellen muss; jungen Menschen eine Heimstatt für ihre Interessen zu geben und den Raum zur Selbstverwirklichung. Als Organisation vertrat er als einziger Teilnehmer eine reine Kulturinitiative und stellte somit eine Ausnahme im Spektrum der Ausgezeichneten dar. Diese wiederum haben es sich durch die Beständigkeit ihres Einsatzes für den Verein wahrlich verdient. Dr. Beate Reisch ist neben der Tätigkeit im Vorstand seit vielen Jahren im Kulturbund Treptow eine feste Größe. Viele eigene Ideen und die Hilfe bei der Umsetzung von Ideen Anderer zeichnen ihre Arbeit aus. Dr. Carola Gerlach fragt erst einmal nach den Inhalten, bevor die Frage nach den Umständen zur Realisierung kommt. Maßgeblich beteiligt war sie an der Initiative, in Mitte zwei Stolpersteine für schwule Opfer des Nationalsozialismus zu verlegen. Auch jetzt wälzt sie einschlägige Gerichtsurteile aus der Zeit des Nationalsozialismus, und dies im Ehrenamt. Als Dritte im Bunde wurde Erika Krausnick für ihre engagierte künstlerische und organisatorische Arbeit als Kursleiterin im Studio Bildende Kunst ausgezeichnet.


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