Kulturnews 12/2007

Franziska Mönch:

Italianità in der Gedächtniskirche

Foto: Concerto Brandenburg

In der Silvesternacht bringt Concerto Brandenburg einen Hauch von italienischem Flair in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche – mit Mendelssohns vierter, „italienischer“, Sinfonie.
Als Experten für historische Aufführungspraxis schlagen die Musiker des Ensembles in ihrem traditionellen Silvester-Festkonzert in diesem Jahr den Bogen vom Sturm und Drang eines Johann Christian Bach über den Wiener Klassiker Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zum romantischen Felix Mendelssohn Bartholdy.
Wie eine Ansichtskarte an die Nachwelt, geschrieben während seiner großen Italienreise, die den gerade 21jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy 1830 von Wien über Venedig und Florenz nach Rom führte, wurde die Sinfonie, die Mendelssohn selbst die „Italienische“ taufte, einst interpretiert. Kein Komponist des 19. Jahrhunderts schuf ein so helles und leichtes Orchesterwerk, von der ersten Note an inspiriert von italienischer Kultur, Landschaft, Musik und Architektur. Eleganz, Leichtigkeit, Temperament, die berühmte italienische „bella figura“ – Reise-Impressionen musikalisch in Notenlinien gebannt. „Das lustigste Stück, das ich je gemacht habe“, schrieb Mendelssohn aus Italien einst begeistert nach Hause. Ungestüm kommt sie daher, wild und temperamentvoll, aber auch melodiös wie eine neapolitanische Canzone.
Voller Dramatik und Leidenschaft stürmt auch Johann Christian Bach in seiner Sinfonie op.6 Nr.6 voran – der wohl bekanntesten und herausragenden Sinfonie des Komponisten und eines der prägenden Werke des Sturm und Drang. Welch ein Ausbruch an Energie, der später Mozart zu seinen frühen, stürmischen Sinfonien inspiriert! Eine Hommage und zugleich musikalische Herausforderung an seinen engen Freund, den überaus begabten Hornisten Joseph Leutgeb, stellt indessen das dritte Hornkonzert des Klassikers Mozart dar. Phantasievoll und mit viel Spielwitz lotet Mozart die Grenzen des Naturhorns aus – und lässt seine klanglichen Stärken gegenüber dem modernen Horn brillieren. Als Solist am Naturhorn ist Robert Langbein, erster Hornist an der Dresdner Staatskapelle, zu hören, geleitet wird Concerto Brandenburg in bewährter Manier von Christian-Friedrich Dallmann.

Karten zum Preis von 23 EUR an Konzertkassen und im Orchesterbüro, Friedrichstr. 128, 10117 Berlin – Tel. 28 09 98 44, ermäßigte Karten 14 EUR nur im Orchesterbüro oder an der Abendkasse


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