Kulturnews 05/2009

Astrid Lehmann:

Zum Ersten, zum Zweiten....

Foto: Gudrun Fietz

Das hatte die Fotogalerie noch nicht gesehen, aber es passte gut zu ihr und gefiel auch den Gästen - eine Kunstauktion. Umrahmt von den beeindruckenden Bildern der Fotokünstlerin Varda Carmeli konnte man am Sonntag, dem 5. April hier buntes Treiben im wahrsten Sinne des Wortes erleben. Die musikalische Umrahmung und Bereicherung durch die Kulturring-Band Sometimer & Friends bildete schon bald einen eigenständigen Programmpunkt, der alleine schon das Kommen lohnte. Der Auktionator Jürgen Grage - in eingeweihten Kreisen auch „The voice of Art“ genannt, ist eine Institution und ein Muss für jeden Sammler, der Wert auf gute Kunst zu moderaten Preise legt, und für alle, die Abwechslung und temporeiche Unterhaltung lieben. Im Yorckschlösschen versteigert Jürgen Grage bei der traditionellen adventlichen Kunstauktion Werke von Künstlern aus dem Kiez und auch außerhalb dessen Grenzen. Solch eine Veranstaltung nun nach Friedrichshain, in die Fotogalerie, zu bringen, war sicher auch mit dem Risiko behaftet, nicht das gewünschte Publikum anzuziehen. Es kam aber ganz anders. Treue Gäste der Grageschen Auktionen im Yorckschlösschen waren ebenso anwesend wie Neugierige aus Friedrichshain. Erfreulicher Nebeneffekt für die Fotogalerie war auch, dass viele der Kreuzberger erstmals hier waren, den Ort interessant fanden und auch feststellten, dass sie durch die Veranstaltung eben mal über die lange Brücke gekommen sind. Immer mehr Stühle wurden herbei geholt, niemand musste stehen. Getränke und Schmalzstullen wurden angeboten und die flotte, jazzige Musik von Sometimer & Friends verkürzte das Warten bis zum Auktionsbeginn. Auktionator Grage griff das vorgelegte Tempo auf: gut vorbereitet und versiert stellte er die Kunstwerke vor, nannte einen Einstandspreis, und binnen kurzer Zeit hörte man meist schon „..zum dritten“, und das gute Stück war - gegen sofortige Barzahlung - weg. Einige Male lieferten Bieter sich auch kleine Duelle. Da sich das natürlich positiv auf die Versteigerungssumme auswirkt, freut’s den Künstler oder seine Erben. Da war aber auch einiges an Kunst in der Fotogalerie zu sehen - von ganz klein bis ganz groß, vom Katalog über Druck bis hin zu Öl. Launig äußerte der Auktionator zu einigen Kunstwerken, dass sie auch für die Überbrückung schlechter Tage nützlich wären - er meinte damit Tuschezeichnungen auf Reispapier. Immerhin waren es nur wenige der angebotenen Schätze, für die sich an diesem Tag kein Interessent fand. Letztendlich kann man sagen, dass die Fotogalerie wohl schon lange nicht mehr so ein buntes Treiben und fröhliches Publikum gesehen hat. Einhellig daher die Meinung „Das machen wir mal wieder“. Ein Wiedersehen mit Auktionator Grage gibt es schon zum Kunstkreuz, am 31. Mai, 15 Uhr im Alten Urbankrankenhaus, Haus 8, in Kreuzberg.


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