Kulturnews 09/2009

Karl Forster:

Künstler für den Frieden

Foto: Kulturring

Seit jeher engagieren sich Künstlerinnen und Künstler gegen Krieg. Pablo Picasso schuf einst zum ersten Weltfriedenskongress 1949 in Paris die Zeichnung einer Taube, die zum weltweiten Friedenssymbol wurde. In den 80er Jahren formierte sich im Rahmen der westdeutschen Friedensbewegung eine große Gruppe bekannter Sänger und Musiker zur Gruppe „Künstler für den Frieden“. Bei der größten Manifestation im Bochumer Ruhrstadion traten über 200 Künstler, von Gitte und Udo Lindenberg bis Harry Belafonte und Miriam Makeba, vor 100.000 Gästen auf.
Aber gerade auch Autoren engagierten sich immer wieder mit ihrer Literatur gegen den Krieg.
Im Jahr 2007 rief der Kulturring in Berlin e.V. gemeinsam mit der sich regelmäßig im Kulturforum Hellersdorf treffenden Autoreninitiative Fensterblick einen ersten Schreibwettbewerb zum Antikriegstag/Weltfriedenstag aus. Autoren aus ganz Deutschland, vor allem auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler, beteiligten sich mit Gedichten und Kurzgeschichten. Die Organisatoren wurden regelrecht überschwemmt mit Einsendungen. Weit über 1000 Texte gingen ein. Nach einer ersten Grobauswahl blieben dann rund 150, die in die engere Wahl kamen. Die besten Arbeiten wurden auf einer literarisch-musikalischen Veranstaltung im Kulturforum Hellersdorf präsentiert. Mit etwas Verspätung gelang es dann auch Anfang 2009, rund 50 ausgewählte Beiträge in einem Buch zu veröffentlichen.
Am 1. September 2009 jährt sich nun zum 70. Male der Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen und damit der Beginn des II. Weltkrieges. Das war für den Kulturring Anlass, erneut zu einem Schreibwettbewerb aufzurufen. Neben Autorenstammtisch Fensterblick wurden diesmal die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft DFG/VK als Partner gewonnen. Autorinnen und Autoren sollten Gedichte und Kurzgeschichten zum Thema Frieden und Antimilitarismus einsenden. Besonders wurde auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, an dem sich der Kulturring präsentierte, dafür geworben.
Beiträge kamen aus Berlin ebenso wie aus allen anderen Teilen der Republik. Viele Teilnehmer schickten nicht nur ihre Gedichte, sondern erläuterten deren Entstehen bzw. die Lebensgeschichten der Autoren. So reichte eine ältere Dame einen Text ein, den sie in den Unterlagen ihres vor zwei Jahren verstorbenen Mannes fand. Ein anderer älterer Autor schickte zwei Texte mit dem Vermerk: „Sollte sich von den … Texten keiner … als tauglich erweisen – kein Problem. Ich bin aus dem Alter raus, wo einem das Glück, sich gedruckt zu sehen, schier überrennt.“ Ende Juli hat nun die Jury die Arbeit aufgenommen. Die besten Arbeiten werden, wie beim vorausgegangenen Wettbewerb, wieder in einem Buch veröffentlicht und im Rahmen der Veranstaltung am Antikriegstag, dem 1. September 2009, 18 Uhr im Kulturforum Hellersdorf präsentiert.


...zurück

www.kulturring.org - kulturell immer auf dem Laufenden | Adressen | Impressum | Datenschutz