Kulturnews 04/2009

Ingo Knechtel:

Ellenbogen einsetzen,

oder man schafft es nicht, und es heißt: „Zurückbleiben!“ Leistungsdruck oder Langeweile – so stellt sich für immer mehr Menschen dar, was wie eine Alternative klingt, aber wahrlich keine ist. Ich oder der Andere, wer wird Millionär? Wie zeig ich meinen Kindern den richtigen Weg, denn Deutschland sucht den Superstar! Von A wie Ackermann bis Z wie Zumwinkel haben sie es geschafft. Die Boni-Jäger haben ihr Schäfchen ins Trockene gebracht, begleitet von willigen Advokaten des Rechtsstaats, die Kaiser‘s-Kassiererin bleibt wegen 1,30 EUR auf der Strecke. Psychische Zwänge lassen immer weniger Menschen Raum für Mitmenschlichkeit und Solidarität. Und die Krankenkassen melden einen rasanten Anstieg einschlägiger Erkrankungen. Ist das Ganze ein wirkliches Spiegelbild unserer Gesellschaft oder eher ein Zerrbild? Drohen immer mehr Amokläufe, quasi als Spitze eines Eisbergs? In der Tat werden die Alarmsirenen immer öfter aufheulen, wenn wir nichts unternehmen. Gefragt sind alle, vom Gesetzgeber über das gesellschaftliche Umfeld, die Institutionen und Vereine bis zu den Familien und Freundeskreisen. Zeit und Zuwendung werden benötigt, aber auch Entschlossenheit. Immer wieder knüpfen wir an sozialen Netzwerken, wir knüpfen und knüpfen und denken …. und knüpfen. Nein, die DDR wollen wir nicht wieder haben, die hatte ein Unrechtssystem. Wir knüpfen weiter … und sind uns sicher, wie es sich Rio Reiser einst war: Auch „dieses Land ist es nicht“, das unseren Vorstellungen von Gerechtigkeit entspricht. Denn wir wissen doch, was wir wollen?!


...zurück

www.kulturring.org - kulturell immer auf dem Laufenden | Adressen | Impressum | Datenschutz