Lange Nacht der Bilder: Kunst-Café

Der abgefangene Liebesbrief, um 1855; ©: Carl Spitzweg

Das Fenster wird in der Kunstgeschichte auf vielfältige Art und Weise dargestellt. Es kann Durchlässigkeit oder Abgrenzung bedeuten. Es kann architektonischen oder symbolischen Charakter haben. Es ist wie gemacht für Verrätselungen und das Herausarbeiten von Licht- und Schattenwirkungen. Das Fenster eignet sich hervorragend dafür, als Fensterblick Landschaften zu integrieren, wie zum Beispiel in dem Gemälde „Die Madonna des Kanzlers Rolin“ von Jan van Eyck, entstanden um 1435. Hier wird im Hintergrund durch einen dreibogig gerahmten Ausblick eine idealisierte burgundische Stadtlandschaft gezeigt, die den Herrschaftsraum des Kanzlers ins Bild setzt. Um das Fenster herum können sich ganze Geschichten ranken, wie bei Carl Spitzweg und seinem Gemälde „Der abgefangene Liebesbrief“, entstanden um 1855. Es handelt sich um eine Episode aus dem Kleinstadtleben. Ein an der Mütze kenntlich gemachter Student hat vom oberen Stockwerk aus einen Liebesbrief an einer Schnur abwärts geschickt. Jetzt baumelt er vor dem Fenster, durch das eine junge Frau über ihr Nähzeug gebeugt sitzt. Sie wird den bürgerlichen Sitten gemäß von einer älteren Frau behütet und bewacht. Die Ältere mit großer Haube und Kreuz auf der Brust hat den Brief entdeckt, und in ihrem Gesicht spiegeln sich Erschrecken und Empörung. Das Gemälde inspiriert die Betrachtenden, den Faden der Geschichte weiterzuspinnen.

Galerie Ost-Art

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04.08.2017 bis 14.09.2017

Juliane Daldrop: Beobachterin vor Ort

Zeichnungen Eintritt frei mehr...

DB-Hochhaus am Potsdamer Platz, 2012, 59x42cm, Graphit auf Papier; Foto: Juliane Daldrop

15.09.2017, 18.00 Uhr

Lange Nacht der Bilder in der Galerie OstArt: Juliane Daldrop - Beobachterin vor Ort

Besichtigung der Aussstellung und Künstlergespräche frei

DB-Hochhaus am Potsdamer Platz, 2012, 59x42cm, Graphit auf Papier; ©: Juliane Daldrop

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22.09.2017 bis 09.11.2017

Klaus Rähm: Typografien

Die Galerie Ostart zeigt einen Querschnitt aus dem umfangreichen Schaffen des Künstlers. frei mehr...

Klaus Rähm; Foto: Markert

Galerie Ost-Art, Giselastraße 12, 10317 Berlin

Tel. 030 / 513 97 49

geöffnet: Di-Fr 10.00 bis 15.00 Uhr, Sa 13.00 bis 17.00 Uhr

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