Galeriefrühstück: Jeanne Mammen (1890-1976), Zeichnerin und Malerin in Berlin

„Am Strande“, in: „Jugend“ 5/1929, S. 13; Abb.: Jeanne Mammen

Jeanne Mammen, gebürtige Berlinerin, verbrachte ihre Kindheit in Paris. absolvierte dort sowie in Brüssel und Rom eine Ausbildung zur Malerin. Ihre Zeichnungen in dieser Zeit waren vor allem von Symbolismus und Jugendstil beeinflusst. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zurück in Berlin, gestaltete Jeanne Filmplakate und Illustrationen für Modezeitschriften. In den 1920er Jahren veröffentlichten Magazine und satirische Blätter die Aquarelle und Zeichnungen, durch die Jeanne Mammen als Chronistin des Berlins jener Zeit berühmt wurde. Sie porträtierte die modernen Berlinerinnen – elegante Damen, Revuegirls, sportliche, emanzipierte junge Frauen – und fing die Orte des Vergnügungsbetriebs ein: Straßencafés, Cabarets, nicht zuletzt die Damenbars, in denen sich lesbische Frauen trafen. Ab 1930 finden sich zunehmend die weniger glamourösen Seiten der Großstadt in ihren Grafiken: ärmliche Kneipen, Straßenszenen mit Hausierern und Arbeitslosen. Die NS-Zeit bereitete der erfolgreichen Laufbahn der Künstlerin ein jähes Ende. Jeanne Mammen überlebte mit allerlei Gelegenheitsjobs, z. B. als Schaufensterdekorateurin, und malte kritische, von Picasso beeinflusste Bilder, die sie erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausstellen konnte.

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Peter Bauza, a.d.S. Copacabana Palace, 2016; Foto: Peter Bauza

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